Vom Meister-BAföG zum Aufstiegs-BAföG

Finanzielle Verbesserungen für die berufliche Fortbildung

 
Das Aufstiegs-BAföG (vormals Meister-BAföG) verfolgt das Ziel, Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell zu unterstützen. Das Gesetz ist ein umfassendes Förderinstrument für die berufliche Fortbildung in nahezu allen Berufsbereichen und zwar unabhängig davon, in welcher Form sie durchgeführt wird (Teilzeit / Vollzeit / E-Learning / Blended-Learning). Damit wird mehr Chancengleichheit zwischen akademischer und beruflicher Bildung herbeigeführt. Das "Aufstiegs-BAföG" ist gesetzlich verankert im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).

Das neue „Aufstiegs-BAföG" trat am 01.08.2016 in Kraft und bietet für Fachkräfte, die sich weiterqualifizieren möchten, eine Reihe von finanziellen Verbesserungen.

Hier die Grundzüge des Gesetzes:

Die zuständigen Behörden, bei welchen die Anträge gestellt werden müssen, sind die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung auf dem Landratsamt oder im Rathaus der kreisfreien Stadt am ständigen Wohnsitz des Antragstellers.

Interessenten, die sich auf die Prüfung zum Meister und andere Fortbildungsabschlüsse vorbereiten, können Aufstiegs-BAföG beantragen. Voraussetzung ist eine nach der Handwerksordnung (HwO) oder dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannte abgeschlossene Erstausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss. Zudem sind mit der Gesetzesnovelle 2016 auch Bechelorabsolventen antragsberechtigt.

Gefördert wird eine Aufstiegsfortbildung pro Antragssteller - sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
Hat man zuvor bereits eine selbst oder anderweitig finanzierte Aufstiegsfortbildung absolviert, ist dies nicht förderschädlich.

Maßnahmebeitrag:

Bei Voll- und Teilzeitmaßnahmen sowie bei E-Learning- und Blended-Maßnahmen umfasst die Förderung die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren:
Zuschuss 40 % und Darlehen 60 %

Die Kosten für das Meisterprüfungsprojekt "Meisterstück" werden bis zu 2.000 € mit 40 % Zuschuss gefördert.

Diese Förderung ist einkommens- und vermögensunabhängig.

Leistungskomponente von 40 Prozent:

Bei Bestehen der Prüfung wird ein Erlass von 40 Prozent auf das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Restdarlehen gewährt. Damit erhöht sich letztlich der staatliche Zuschuss im Rahmen des Maßnahmebeitrages.

Unterhaltsbeitrag:

Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Vollzeitlehrgängen erhalten zusätzlich einen monatlichen Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt in Form eines Zuschusses (50 %) und Darlehens.

Dieser ist einkommens- und vermögensabhängig. Die Vermögensfreibeträge wurden mit der Gesetzesnovelle 2016 deutlich erhöht.

Berücksichtigung der Prüfungsvorbereitungsphase für den Unterhaltsbeitrag am Ende der Gesamtmaßnahme:

Zwischen Ende der Maßnahme und Ablegung der Prüfung (Anfertigung des Prüfungsstückes) wird der bereits gewährte Unterhaltsbeitrag auf Antrag bis zu drei Monate als Darlehen weitergezahlt.

Kinderbetreuungskosten für Alleinerziehende (Zuschuss pauschal 130,- €) und Erhöhung des Kinderzuschlags.

Das Darlehen ist während der Fortbildung und einer anschließenden Karenzzeit - höchstens jedoch sechs Jahre - zins- und tilgungsfrei. In dieser Zeit trägt der Staat die Zinsen. Danach ist es mit einem günstigen Zinssatz zu verzinsen.

In welcher Höhe die Raten für das Darlehen zurückgezahlt werden müssen, bleibt weiterhin abhängig vom Einkommen des Antragstellers. Die Mindestrate beträgt 128 €. Die zeitweilige Aussetzung der Rückzahlungsverpflichtungen kann beantragt werden.

Gründen oder übernehmen Geförderte innerhalb von drei Jahren nach Beendigung der Maßnahme ein Unternehmen, werden bereits ab der Einstellung und der dauerhaften Beschäftigung eines neuen sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiters oder eines Auszubildenden auf Antrag 33 % des auf die Lehrgangs und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens erlassen. Dies kann auf 66 % erhöht werden, wenn ein weiterer Mitarbeiter eingestellt wird.

Weitere Informationen unter: 
  www.aufstiegs-bafoeg.de